Die Abteilung Befristetes Wohnen-Rehabilitation des Fürst Donnersmarck-Hauses hat sich in der rehabilitativen Arbeit auf Menschen mit erworbenen Hirnschädigungen spezialisiert.
Diesen großen Personenkreis der Menschen mit erworbenen Hirnschädigungen unterteilen wir in zwei Gruppen.
Zur ersten Gruppe gehören jüngere Erwachsene zwischen 18 und 35 Jahren. Sie erlitten die Hirnschädigung meist durch einen Unfall, der ein Schädel-Hirn-Trauma zur folge hatte. Zur anderen Gruppe gehören Menschen zwischen 30 und 50 Jahren. Bei ihnen ist eine Krankheit oder ein Anfall wie ein Hirninfarkt (zerebrale Ischämien), eine Hirnblutung (zerebrale oder subarachnoidale Blutungen) oder Sauerstoffmangel des Gehirns (Hypoxien) die Ursache der Hirnschädigung. Weitere Ursachen sind Infektionen des Gehirns (Encephalitis) oder der Gehirnhäute (Meningitis), Hirntumore und Erkrankungen des Zentralnervensystems wie beispielsweise Multiple Sklerose.
Die Folgen einer Hirnschädigung sind meist beträchtlich. Sie hängen von der Stärke der Beschädigung wie von der Lokalisation im Gehirn ab. Die Dauer der Bewusstlosigkeit gibt Hinweise auf den Grad der Beschädigung und der betroffene Ort im Gehirn läßt Voraussagen zu, in welchen Bereichen des täglichen Lebens Schwierigkeiten auftreten werden.
Nach erworbenen Hirnschädigungen können motorische Störungen mit Einschränkungen der Grob- und Feinmotorik, Koordinationsstörungen, schwere Körperbehinderungen, Einschränkungen der Körpersensibilität, Gleichgewichtsprobleme, Verminderungen des Hör- und Sehvermögens, Sprach- und Sprechbeeinträchtigungen und epileptische Anfälle auftreten. Besonders belastend für die Angehörigen ist die einsetzende Persönlichkeitsveränderung des Betroffenen. So stellt sich bei vielen Betroffenen aggressives Verhalten und Enthemmung ein, oder aber sie verlieren jeden Antrieb aktiv mitzuwirken. Oft sind auch die kognitiven Basisfähigkeiten für intellektuelles und konfliktlösendes Verhalten betroffen.
Die Rehabilitation hirnverletzter Patienten wird in verschiedenen Phasen vollzogen. In der Frührehabilitation steht die Wiederherstellung der Basisfunktionen im körperlichen, geistigen und sprachlichen Bereich im Vordergrund. In der darauf folgenden Phase - der medizinisch-beruflichen Rehabilitation - wird der Betroffene unter Berücksichtigung seiner komplexen Schädigungsfolgen von einem multidisziplinären Team weiter gefördert. Voraussetzung einer gezielten Förderung ist die genaue Diagnostik der Schädigungen.
Ein Teil der Patienten behalten nach Beendigung dieser intensiven Rehabilitation, die von den Rehabilitationskliniken durchgeführt werden, eine deutliche Restbehinderung. Diese verhindert zum entsprechenden Zeitpunkt die Reintegration in die vorangegangenen Lebensbedingungen (Familie, Beruf, Freundeskreis).
Für diesen Personenkreis hat das Fürst Donnersmarck-Haus ein stationäres Rehabilitationsangebot entwickelt. In Zusammenarbeit mit Therapeuten und Pädagogen erhält der Betroffene die Möglichkeit seine Rückkehr in den Alltag intensiv vorzubereiten. In aufeinander aufbauenden Trainingsschritten lernen unsere Bewohner den Alltag trotz Einschränkungen zu bewältigen. Das Training wird durch verschiedene Therapieformen wirkungsvoll unterstützt.